Fragen an unseren Gründer und Inhaber Bernhard Erasmus

Am 1. Juli 1986 war es so weit. Bernhard Erasmus gründete KEK. Wir haben unser Team gebeten, ihm alle Fragen zu stellen, die einem schon lange auf dem Herzen liegen. Und da gab es einige.

Bernhard, 35 Jahre ist es jetzt her, dass du beim Notar warst und KEK eingetragen wurde. Wie hast du dir damals die ersten fünf Firmenjahre vorgestellt?

(Lacht) Ziel war es, Fuß zu fassen und zu überleben. Fünf Jahre voraus hat keiner von uns gedacht. Das klingt jetzt nicht unbedingt professionell, aber so war das. Als besonders herausfordernd stellte sich heraus, dass man sich um alles selbst kümmern musste. Und die Erkenntnis, dass man für alles selbst verantwortlich ist, man nichts geschenkt bekommt. Auch schwierig: die Akquise. Es war gar nicht so einfach, an Aufträge zu kommen. Diese Herausforderungen haben wir aber gerne angenommen.

Was hat dich damals motiviert ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Vor allem der Wunsch, selbstbestimmt zu arbeiten. Aber auch der Glaube, es zu schaffen und die Aussicht auf einen großen, bereits zugesagten Auftrag. Dieser wurde dann übrigens direkt mit der Gründung abgesagt. (Lacht).

1986 waren Computer noch die Ausnahme und Smartphones in weiter Ferne: Wie habt ihr die Digitalisierung erlebt, und wie hat diese sich auf eure Arbeit ausgewirkt?

Die digitale Entwicklung der letzten 35 Jahre ist wirklich unglaublich! Ich könnte ein Buch darüber schreiben. Rückblickend kann man sich das gar nicht mehr vorstellen: Das Internet gab es bei unserer Gründung noch nicht, ISDN, PC und FAX waren gerade erst am Kommen und unser erstes Büro verfügte über lediglich vier Telefonanschlüsse. Analog, versteht sich. Und natürlich gab es damals noch keine integrierten Softwaresysteme. Es gab nur isolierte Programme für beispielsweise die Buchhaltung, den Vertrieb, den Einkauf und so weiter.

Gab es Mitte der 1980er-Jahre bereits etablierte Unternehmen, die Software-Entwicklung angeboten haben oder war KEK eher ein bunter Vogel mit der Mentalität eines Start-ups?

Wir waren eher ein Start-up. Aber fest davon überzeugt, dass der Bereich Software-Entwicklung eine goldene Zukunft vor sich hat. Und wir glaubten an unser Können. Die ersten Aufträge waren dann Individualprogrammierungen auf der IBM\38. Der erste PC wurde bereits 1986 angeschafft.
Sehr früh war uns aber klar, dass Individualprogrammierung auf Dauer nicht nachhaltig ist. So haben wir uns entschlossen ins Projektgeschäft einzusteigen und hier eine Vertriebspartnerschaft mit einem Softwarehersteller einzugehen. So entstand bereits 1987 unsere Fokussierung und Spezialisierung auf Mittelstand und Prozessindustrie. Diese Schiene haben wir nie verlassen. Dass dieser Schritt richtig war beweist auch, dass selbst der zweimalige Wechsel des Lizenzgebers uns nichts anhaben konnte.

Was waren die schwierigsten und was die besten Zeiten?

Die beste Zeit waren sicherlich die 1990er-Jahre. Wir hatten unser fest abgestecktes Gebiet, super Kunden, die eher Fans waren, richtig viel zu tun und waren ein 25-köpfiges Team. Schwierige Zeiten gab es immer wieder. Zum Beispiel die Trennung von Software-Partnern in den Jahren 2000 und 2010 und die damit verbundene Suche nach neuen Geschäftsfeldern und -Partnern. Die erste Pleite eines Kunden, der uns im Jahr 2005 mit 270T Euro im Regen stehen ließ, war auch keine schöne Erfahrung. Umso mehr freut es mich heute, dass das Unternehmen aktuell sehr gut aufgestellt ist und einen soliden Weg geht.

Warum habt ihr im Jahr 2013 beschlossen auf SAP zu wechseln?

Nach diversen Wechseln von Softwarepartnern haben wir in SAP eine Software mit großer Zukunft und viel Potenzial gesehen. Potenzial bei dem wir unsere Stärken optimal ausspielen können. SAP halten wir ideal für den Mittelstand und die Prozessindustrie. Die Software ist ein Werkzeug, das mit unserem Wissen individuell nutzbar für den Kunden wird und echten Mehrwert bietet.

Du führst KEK ja eher wie eine Familie. Jeder im Team arbeitet selbstverantwortlich, starre Hierarchien gibt es nicht. Heute bezeichnet man das als New Work. Früher war das aber eher untypisch.
Kann sein, dass das früher nicht überall selbstverständlich war. Das vermag ich nicht zu beurteilen. Aber was mich betrifft: Ich mag den autoritären Stil nicht und kann das auch nicht. Die Schwierigkeit liegt allerdings darin, dass alle im Team lernen müssen, damit umzugehen. Ich finde im Übrigen: Wer mehr Verantwortung übernimmt, erhält auch mehr Freiheiten. 

Welche Erfahrung hat dich besonders geprägt?

Dass Verantwortung wollen und Verantwortung tragen zwei unterschiedliche Dinge sind. Das ist wie bei Banken: Wenn die Sonne scheint, verleihen sie Geld und wenn Wolken aufziehen wollen sie alles zurück. Kurzum, man ist für fast alles selbst verantwortlich, und was man nicht selbst in die Hand nimmt, erledigt sich nicht von alleine.

Welchen Stellenwert nimmt der Beruf in deinem Leben ein?

Das ist ja fast eine philosophische Frage. Natürlich hat der Job einen hohen Stellenwert. Einerseits wollen wir ja unseren Lebensunterhalt vernünftig gestalten und dazu müssen wir nun einmal Geld verdienen. Aber der Job soll auch Freude machen und hier ist es wichtig ein Umfeld zu schaffen, in dem man sich wohl fühlt und wo man gerne hingeht. Der Stellenwert für mich persönlich ist umso größer, da ich damit ja quasi verwachsen bin. Auch wenn nicht immer alles Gold ist, was glänzt, so ist es doch mein Leben. Andererseits haben natürlich auch meine Familie und alle Menschen, die mich umgeben einen sehr hohen Stellenwert. Und ich bin froh darüber, in meinem Unternehmen mir all die Menschen aussuchen zu können, mit denen ich zusammenarbeite und die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass es zumindest nach meiner Auffassung gut für alle ist.

Wenn du fünf Dinge aus deinem KEK-Leben in einem Museum ausstellen könntest, welche wären das?

(Lacht) Da ich bekannter Weise Jäger und Sammler bin, habe ich jetzt ein Problem, mich auf fünf zu beschränken. Aber ich will es mal versuchen:

1. Da wäre die erste Rechnung, geschrieben mit Schreibmaschine und einem dicken Rechtschreibfehler, hängt übrigens in meinem Büro.
2. Das erste Firmenschild mit dem ursprünglichen Logo.
3. Der erste große Projektvertrag, den ich abgeschlossen habe und der für mich in seiner ganzen Dimension bis dahin unvorstellbar war.
4. Die Woche, in der zwei große und langfristige Aufträge kamen, das war wie Ostern und Weihnachten zusammen.
5. Die Firmenzeitschrift zum Zehnjährigen, die einige der recht unorthodoxen Einstellungsgespräche beschreibt. Als Bonus-Zugabe natürlich Bilder von all den Menschen, die mich über all die Jahre begleitet haben und über die es so viel zu erzählen gäbe, dass es leicht für ein Buch reicht.

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